Archiv für April 2009

Gefangene der Sitzblockade raus — Nachbereitung beginnt

Radio FREI hat am Freitagmorgen in Erfahrung bringen können, daß alle bei der Sitzblockade festgenommenen Menschen wieder auf freiem Fuß sind. Mit dem Ende der Gewahrsamnahme beginnt die Nachbereitung des gestrigen Tages. Wer bei der Sitzblockade dabei war sollte unbedingt
- ein Gedächtnisprotokoll schreiben
- etwaige Verletzungen durch einen Arzt attestieren lassen
- sich beim Blockade-Infotelefon melden: 0151-21689788

Wer bei anderen Aktionen Festnahmen beobachtet hat oder Zielscheibe polizeilichen Handelns wurde, sollte sich beim Ermittlungsausschuss melden: 0174 – 896 43 45

Juristische Auseinandersetzungen kosten Geld — Solikonto siehe unten.

Neben der juristischen Aufarbeitung bleibt das Problem, daß Erfurt seit dem 16.4. kein Besetztes Haus mehr hat. Das ist kein marginaler Verlust. Viele kulturelle, soziale und politische Projekte suchen ab heute nach einem neuen Platz — den wir uns irgenwann wieder nehmen werden!

Immer noch Blockierer in Gewahrsam

Um 00:50 befinden sich immer noch einige der BlockiererInnen in polizeilichem Gewahrsam. Erste Gespräche mit den bis zum Abend freigelassenen drehen sich um brutalen Festnahmen, Schikanen bei der Polizei (wie der Verweigerung von Essen) und Ermittlungen wegen verschiedenster Vergehen.
Wieso Hubschrauber und Sondereinsatzkommandos eine Sitzblockade auflösen mussten und die Betroffenen teilweise über 18 Stunden festgehalten wurden, ist derzeit ein Geheimnis der Thüringer Behörden.

Blockade abgeräumt

Gegen 6 Uhr morgens begann heute die Räumung des besetzten ehemaligen Topf&Söhne-Geländes. Ca. 30 BlockiererInnen hatten sich vor dem Besetzten Haus eingefunden und wurden geräumt Einzelne Beteiligte sprachen von Fußtritten durch die Einsatzkräfte. Derzeit befinden sich alle noch in Polizeigewahrsam.
Laut Pressemeldung der Thüringer Allgemeinen wird gegen die BlockiererInnen wegen Landfriedensbruch ermittelt.
Im Hauptgebäude der Besetzung sind immer noch zwei Menschen angekettet.
Aus Protest gegen die Räumung findet heute bis 19 Uhr eine Dauerkundgebung auf dem Erfurter Anger statt.

Infotelefon und EA

Die Telefonnummer des Blockade-Infotelefon: 0151-21689788.

Es gibt auch noch ein allgemeines Infotelefon von http://haendeweg.blogsport.de: 0162-591 93 79

Es gibt auch einen EA
Wann solltet ihr den EA anrufen und was solltet ihr sagen?

Wenn ihr festgenommen werdet: Ihr habt das Recht zu telefonieren! Ruft den EA an und sagt Namen, Geburtsdatum und Meldeadresse, dazu, was euch vorgeworfen wird ; NICHT: was ihr gemacht habt oder nicht gemacht habt!
Vergesst nicht, euch abzumelden, wenn ihr entlassen worden seid.
Am wichtigsten aber ist: Keine Aussagen bei der Polizei! Ihr müsst Namen, Geburtsdatum, Meldeadresse und eine Berufsbezeichnung nennen, nichts weiter.  
Euch können keine Nachteile dadurch entstehen, keine Aussage zu machen, auch
wenn die Polizei anderes behauptet. Nichts unterschreiben!

EA-Nummer ist 0174 – 896 43 45

Topf&Söhne-Räumungstermin in greifbarer Nähe

Am 3.April hat die Kammer des Landgericht Erfurt entschieden, der Räumungsklage der Immobilienfirma Domicil GmbH statt zu geben. 18 Personen wurden verurteilt, das Topf&Söhne-Gelände zu verlassen.

Damit ist der Termin der Räumung in greifbare Nähe gerückt!

Unsere Aktion wird mittlerweile von mehr als 250 Menschen unterstützt (Liste der UnterstützerInnen hier). An die 200 haben öffentlich erklärt, die Räumung durch eine Sitzblockade zu be- oder verhindern, darunter viele SchülerInnen und StudentInnen, aber auch KünstlerInnen, Menschen aus der ehemaligen Bürgerrechtsbewegung, MitarbeiterInnen und Funktionsträger von Parteien und Gewerkschaften.
Zu den UnterstützerInnen der Blockade gehören die GRÜNE JUGEND Thüringen, DGB-Jugend Erfurt, Jusos Erfurt, das Landesjugendwerk der AWO, das Jugendbüro RedRoXX und das Speak-Netzwerk, das Bildungskollektiv Biko und die Offene Arbeit Erfurt.

Die Stadt Erfurt hat es in der Hand, zu verhindern, daß schwerbewaffnete Polizeieinheiten das Topf&Söhne-Gelände stürmen. Es ist einfach nur nötig, den BesetzterInnen ein angemessenes Ersatzobjekt anzubieten.