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Immer noch Blockierer in Gewahrsam

Um 00:50 befinden sich immer noch einige der BlockiererInnen in polizeilichem Gewahrsam. Erste Gespräche mit den bis zum Abend freigelassenen drehen sich um brutalen Festnahmen, Schikanen bei der Polizei (wie der Verweigerung von Essen) und Ermittlungen wegen verschiedenster Vergehen.
Wieso Hubschrauber und Sondereinsatzkommandos eine Sitzblockade auflösen mussten und die Betroffenen teilweise über 18 Stunden festgehalten wurden, ist derzeit ein Geheimnis der Thüringer Behörden.

Blockade abgeräumt

Gegen 6 Uhr morgens begann heute die Räumung des besetzten ehemaligen Topf&Söhne-Geländes. Ca. 30 BlockiererInnen hatten sich vor dem Besetzten Haus eingefunden und wurden geräumt Einzelne Beteiligte sprachen von Fußtritten durch die Einsatzkräfte. Derzeit befinden sich alle noch in Polizeigewahrsam.
Laut Pressemeldung der Thüringer Allgemeinen wird gegen die BlockiererInnen wegen Landfriedensbruch ermittelt.
Im Hauptgebäude der Besetzung sind immer noch zwei Menschen angekettet.
Aus Protest gegen die Räumung findet heute bis 19 Uhr eine Dauerkundgebung auf dem Erfurter Anger statt.

Infotelefon und EA

Die Telefonnummer des Blockade-Infotelefon: 0151-21689788.

Es gibt auch noch ein allgemeines Infotelefon von http://haendeweg.blogsport.de: 0162-591 93 79

Es gibt auch einen EA
Wann solltet ihr den EA anrufen und was solltet ihr sagen?

Wenn ihr festgenommen werdet: Ihr habt das Recht zu telefonieren! Ruft den EA an und sagt Namen, Geburtsdatum und Meldeadresse, dazu, was euch vorgeworfen wird ; NICHT: was ihr gemacht habt oder nicht gemacht habt!
Vergesst nicht, euch abzumelden, wenn ihr entlassen worden seid.
Am wichtigsten aber ist: Keine Aussagen bei der Polizei! Ihr müsst Namen, Geburtsdatum, Meldeadresse und eine Berufsbezeichnung nennen, nichts weiter.  
Euch können keine Nachteile dadurch entstehen, keine Aussage zu machen, auch
wenn die Polizei anderes behauptet. Nichts unterschreiben!

EA-Nummer ist 0174 – 896 43 45

Topf&Söhne-Räumungstermin in greifbarer Nähe

Am 3.April hat die Kammer des Landgericht Erfurt entschieden, der Räumungsklage der Immobilienfirma Domicil GmbH statt zu geben. 18 Personen wurden verurteilt, das Topf&Söhne-Gelände zu verlassen.

Damit ist der Termin der Räumung in greifbare Nähe gerückt!

Unsere Aktion wird mittlerweile von mehr als 250 Menschen unterstützt (Liste der UnterstützerInnen hier). An die 200 haben öffentlich erklärt, die Räumung durch eine Sitzblockade zu be- oder verhindern, darunter viele SchülerInnen und StudentInnen, aber auch KünstlerInnen, Menschen aus der ehemaligen Bürgerrechtsbewegung, MitarbeiterInnen und Funktionsträger von Parteien und Gewerkschaften.
Zu den UnterstützerInnen der Blockade gehören die GRÜNE JUGEND Thüringen, DGB-Jugend Erfurt, Jusos Erfurt, das Landesjugendwerk der AWO, das Jugendbüro RedRoXX und das Speak-Netzwerk, das Bildungskollektiv Biko und die Offene Arbeit Erfurt.

Die Stadt Erfurt hat es in der Hand, zu verhindern, daß schwerbewaffnete Polizeieinheiten das Topf&Söhne-Gelände stürmen. Es ist einfach nur nötig, den BesetzterInnen ein angemessenes Ersatzobjekt anzubieten.

Soli-Konto eingerichtet

Für die zu erwartenden nicht unerheblichen Kosten der Rechtsstreitigkeiten wurde ein Spendenkonto „Repressionskosten selbstverwaltete Zentren in Erfurt“ eingerichtet.

Konto-Inhaber: Reinhold Halbleib
Konto-Nr.: 1000500337
Spk. Mittelthüringen, BLZ 82051000

6.3.: Blockadetraining auf dem Erfurter Anger

Mehr als 50 Personen haben heute Nachmittag auf dem Erfurter Anger ein Blockadetraining als Zeichen der Solidarisierung mit dem Besetzten Haus Erfurt durchgeführt.
Dies fand im Zuge der Kampagne „Platz Nehmen!“ statt, die am Tag der Räumung zu zivilem Ungehorsam in Form einer Sitzblockade vor dem ehemaligen Topf&Söhne-Gelände aufruft.
Die Polizei war mit einem unverhältnismäßigen Aufgebot vor Ort, hielt sich aber zurück. Eine Person erhielt im Vorfeld eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, obwohl sie gar nicht an der Demonstration teilnehmen wollte.
Bei dem Training wurde der Umgang mit der Polizei, das effektive Blockieren und das Durchfließen von Polizeiketten geübt.
„Platz nehmen!“ wurde gegründet, weil die Stadtspitze die Verhandlungen mit dem Besetzten Haus abgebrochen hatte. Die Initiative setzt sich für den Erhalt von Freiräumen und einer lebendigen Soziokultur ein, die gerade in Zeiten der erstarkenden extremen Rechten ein wichtiger Kristallisationspunkt für eine tolerante und offene Gesellschaft sei.
Die Veranstalter sprachen von einer gelungenen Aktion und sind zuversichtlich, dass sich viele Menschen an der Blockade beteiligen werden.

Bilder vom Blockadetraining:




Wir nehmen Platz

Das besetzte Haus auf dem ehemaligen Topf&Söhne Gelände ist akut von der Räumung bedroht.

Die Stadtspitze hat gleichzeitig mit der durch die Bauverwaltung beschiedenen Nutzungsuntersagung die Verhandlungen mit den BesetzterInnen abgebrochen. Ein geeignetes Ersatzobjekt für die Besetzung wurde ihnen nie angeboten. Offene Briefe und Appelle an die Stadt (z.B. hier und hier) sind wirkungslos verpufft. Die politisch Verantwortlichen verspielen durch diese Haltung jede Chance, in dem Konflikt zu einer gütlichen Einigung zu gelangen.

Wir glauben, das das besetze Haus als Offener Raum unbedingt erhalten bleiben muss. Es wirkt durch sein vielfältiges Engagement als Verstärker einer alternativen und lebendigen Soziokultur, die gerade in Zeiten des erstarkenden Rechtsextremismus ein wichtiger Kristallisationspunkt für eine tolerante und offene Gesellschaft ist. Partizipative Soziokultur und eine lebendige Zivilgesellschaft ist in Thüringen ständig davon bedroht, anderen Interessen weichen zu müssen.

Wir sind nicht bereit, das zu akzeptieren und werden auch Mittel des zivilen Ungehorsam nutzen, um dagegen vorzugehen. Deswegen nehmen wir uns den Platz und werden am Tag X die Räumung mit einer Sitzblockade ver- oder behindern.

Ich unterstütze diesen Aufruf und möchte mich an einer Blockade beteilligen:

 (required)
 (required)

*Diese Daten werden als Unterstützer des Aufrufs veröffentlicht.

Ich unterstütze den Aufruf, kann mich aber leider nicht an der Blockade beteilligen:
Dann nutze bitte das obenstehende Formular und gib unter sonstiges, vor allen anderen eventuellen Informationen, „soli“ ein.

Die aktuellen UnterstützerInnen stehen hier.

Treffpunktam Tag X: Haupttor der Besetzung in der Rudolstädter Straße. Hier findet Ihr am Tag X Informationen zur Blockade.

Um überhaupt vom Termin der Räumung zu erfahren, haben UnterstützerInnen des Hauses einen SMS-Verteiler eingerichtet. Eintragen lassen kann man sich unter http://haendeweg.blogsport.de. In diesen wirst du auch eingetragen, wenn du uns Deine Handynummer hinterlässt.

Mitbringen: Isomatte, warme Kleidung, Regenschutz, Essen und Trinken, Personalausweis, benötigte Medikamente, Papier und Stift, Geld zum Telefonieren, Nummer des Ermittlungsausschuss (wird hier veröffentlicht, sobald bekannt)

Zuhauselassen: Alkohol, Waffen (auch Reizgas und Dinge, die als Waffen gebraucht werden können), Drogen, Kontaktlinsen, Kallender, Adressbuch

Eine Sitzblockade ist keine Straftat, sondern eine Ordnungswidrigkeit, rechtlich ähnlich gelagert wie falsch Parken oder Alkohol trinken in der Innenstadt. Bei Interesse bieten wir ein Blockadetraining an. Optimal vorbereitet ist man mit einer Bezugsgruppe – fünf bis sieben Leute, die sich vertrauen und vorher gemeinsam absprechen, wie sie vorgehen wollen.

Wir sehen unsere Aktion als eine Möglichkeit, Widerstand gegen die Räumung zu leisten. Weitere Möglichkeiten findet Ihr unter http://haendeweg.blogsport.de.